All of a sudden, I had an idea.
Man kann es kaum steuern und meistens passiert es genau dann, wenn man es nicht erwartet: man hat eine Idee. Es kann einfach ein Bild sein, das man vor Augen hat. Vielleicht ist es ein Einfall oder ein neuer Gedanke zu einem vorliegenden Problem. Die Idee stellt das vom Individuum erfasste Wesen einer Sache oder einer Situation dar. Wie bitte? Umso wichtiger sollte man Fragen: ja und? Was bleibt? Nichts.
Aus dem altgriechischen Wort ἰδέα (idea; Vorstellung, Urbild) übernommen, findet das Wort die Wurzel in ἰδεῖν (idein; sehen). Die Idee ist eine geistige Vorstellung, ein Gedanke, welcher sich auf den eigenen sinnlichen Erfahrungen, d.h. auf unterschiedlichsten Eindrücken unserer Wirklichkeit, basiert. Eine dieser sinnlichen Erfahrungen ist so auch die Wurzel des Wortes “sehen”. So gehen wir durch unsere Welt, schauend, spührend, schmeckend, riechend, und produzieren Gedanken. Ein Gruss hierbei an gleich meinen Biologielehrer Max Werner, der sogar im Biotop das Moos in den Mund nahm und uns dazu ermuntern wollte, die Welt sinnlich zu erfahren. Meine Mitschüler und ich taxierten seinen Einwand jedoch als “schlechte Idee”, was ich noch heute verstehen kann. So läuft unser Gehirn nonstopp auf Hochtouren. Es berechnet beispielsweise die kürzeste Gehroute durch ein Gebäude, erfindet neue Tricks beim Skifahren und muntert uns dazu auf, wieder einmal aus den eigenen vier Wänden auszubrechen. Dies erachten wir als Selbstverständlichkeit.
Was wir unter einer Idee verstehen, sind Einfälle, die uns prägen, die uns beschäftigten. Irgendwann, im Kaufhaus, in der Sauna, im Büro macht es klick und sie ist da. Halleluia! Heureka! Strike! Doch entzückt sich das Gehirn nicht nur an dem Gedanken, nein, es entscheidet in diesem Moment über dessen Zukunft. Wir denken eine Sekunde darüber nach. Übersteigt die Intensität und die persönliche Relevanz ein gewisses Niveau, speichern wir die Idee und behalten sie vielleicht sogar für einen späteren Zeitpunkt auf. Wir bestimmen sogleich den Zeitpunkt, wann wir dafür Zeit haben. Fleissige Menschen machen direkt eine Notiz. Andere - auch wenn sie Blatt und Stift vor sich liegen haben - verschieben dies auf später. Niemand sei hier angegriffen und seien wir ehrlich: Wer schreibt schon eine Email aus seiner Badewanne? Bis zu diesem festgelegten und vielleicht bald vergessenen Zeitpunkt beziehen wir weiterhin unsere sinnlichen Erfahrungen mit ein und lassen die Idee wachsen. Vielleicht lassen wir diese auf Grund unserer Umwelt fallen. Fakt ist, dass die Idee so lange in unserem Kopf gefangen ist, bis wir diese irgendwie mitgeteilt haben. Bis dann ist sie bloss ein Gedanke.
Die Mitteilung, wie auch die Umsetzung ist dafür entscheidend, dass sich eine Idee inkorporiert - wir brauchen schönerweise oft das Verb “herauskristallisiert”. Meistens scheitert es jedoch an der Relevanz des Gedankens für das Individuum. Aus persönlicher Sichtweise und im Verhältnis zu allen anderen Gedanken ist dieser zur Zeit uninteressant, störend, unwichtig, unnütz oder vielleicht sogar wertlos. Wenn es sich um eine subjektiv gute Idee handelt, denken wir meist zu ihrer Ungunsten: “diese Idee hatte bestimmt schon jemand anderes.” Richtig! Mit Sicherheit! Damit ist aber noch nicht geklärt, ob diese auch wirklich einmal das Licht der Welt erblickt hat oder ob sie nur in unseren Köpfen existiert. Solange das Gehirn die Idee gefangen hält, erkennen wir - dem Höhlengleichnis gleich - nur deren Schatten an der Wand, ohne den wahren Kern des Urbildes zu erkennen.
So ist die Frage gerechtfertigt, was übrig bleibt. In den meisten Fällen bleibt sie im Dunkeln. Es verbleibt nichts.



