Ist Ihre Idee gut oder schlecht?
Ideen verändern ihre Eigenschaften während ihres Lebenszyklus. Von schlecht zu gut. Von irrelevant zu relevant. Von utopisch zu umsetzbar. Oder umgekehrt.



Die hier gezeigten Produkte sind zwar bekannt und ausgefallen, jedoch von vielen Seiten kritisiert. Sind sie nun gut oder schlecht? (v.l.n.r. 100-Dollar-Laptop, Crocs und ein frisierter Segway)
Das Zerschlagen von Ideen bringt niemandem etwas. Ideen sind selten gut oder schlecht. Die Zeit, Trends und Entwicklungen lassen Ideen heute gut und morgen vielleicht schlecht in Erscheinung treten. Doch allem voran gibt es noch einen weiteren Faktor, der eine Idee schnell zum erliegen bringt: Ideen sind Geschmackssache. Schnetzler (2008) bekräftigt die Tatsache, dass nicht alle Personen auf Ideen sachlich und konstruktiv reagieren. Emotionen kreieren Ideen, aber bringen diese auch wieder zu Fall. Wichtig sei jedoch, “dass nicht einzelne, vielleicht irrelevante emotionale Bemerkungen eine Idee von vornherein zerstören.” Die Lösung wird von Schnetzler auch gleich mitgeliefert: der Entscheidungsprozess muss transparent gestaltet sein.
Transparenz ist sowohl während, wie auch nach der Ideengewinnung ist sehr wichtig. Nehmen wir die altbekannte Methode des Brainstormings: Liesse man da nur “gute” Ideen zu, würde jegliche Kreativität im Keime erstickt. So sollte man während der Kreationsphase möglichst viele Ideen zulassen.
Ein zweiter Aspekt liegt in der Phase der Ideenbewertung. Aufgrund welcher Kriterien wurde eine Idee nicht weiter verfolgt? Was geschieht mit diesen? Ideen sollten gespeichert werden. Auch wenn diese zur Zeit nicht den geforderten Kriterien entsprechen, kann über die Zeit eine Idee plötzlich im Unternehmen an Relevanz gewinnen. Wenn die Bewertung und Selektion, so auch Schnetzler, mit vielen Beteiligten durchgeführt wird, steigt die Unterstützung sowie die Motivation der Basis, am Innovationprozess teilzunehmen.
Es stellt sich also kaum jemals die Frage, ob eine Idee grundsätzlich gut oder schlecht ist. Viel wichtiger ist die Relevanz zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Ideen kommen uns gehen. Aus diesem Grunde sollte man sie speichern, um sie im richtigen Moment zur Hand zu haben.
Quelle:
Schnetzler, N. (2008). Die Ideenmaschine. Methode statt Geistesblitz - Wie Ideen industriell produziert werden (6. überarb. Aufl.). Weinheim: Wiley-VCH Verlag.



