Chancen in der Krise II: Enterprise 2.0

28.10.2008 – 14:45 by Michael Zipsin

Web 2.0 wird in Unternehmen vermehrt eingesetzt, wie McKinsey in einer globalen Umfrage herausgefunden hat. Die Frage, ob der Einsatz von Web 2.0-Tools in Unternehmen generell zweckmässig ist, wurde damit jedoch nicht geklärt.

Sinnvoll oder Unsinnig?
Marcel Weiss und Frank Hamm widmeten sich der Sinnfrage in Ihren Blogs ausführlich. Sie listen Web 2.0-feindliche Voraussetzungen auf: Beispielsweise gibt es noch viele Unternehmenskulturen, bei denen das Überschreiten von horizontalen und vertikalen Grenzen in ihren Organisationen zur absoluten Ausnahme gehören. Ferner sind vor allem die älteren Arbeitnehmer des Öfteren noch nicht genügend mit Web 2.0-Anwendungen vertraut. Überdies gibt es eine Tendenz, Web 2.0-Werkzeuge nur wegen Ihrer Web 2.0-Komponente “cool” zu finden - unabhängig von ihrem Nutzen. Bei Cassiber stimmen wir mit den Autoren überein, wie auch mit manchen Kommentaren des Blogseintrages. Da viele Mitarbeiter Web 2.0 Anwendungen nutzen (auch in der Schweiz), steht der Weg je länger je mehr für simple, produktive Enterprise 2.0 Anwendungen in Unternehmen offen.

Disruptive Technologien
Langfristig werden Web 2.0-Technologien im Unternehmen immer wichtiger werden. Dies fanden auch Manyika, Roberts und Sprague heraus. Web 2.0 ist eine disruptive Technologie, die auf Konsumentenebene mit Anwendungen wie Facebook oder Wikipedia bereits grossen Anklang gefunden hat. Wie mit allen disruptiven Technologien ist es dennoch so, dass zu Beginn die Akzeptanz klein und Skepsis gross ist, vor allem bei so anspruchsvollen Anwendungsbereiche wie Unternehmen. Prof. Dr. Andrea Back stellt in ihrem Artikel “Arbeitspraxis Web-2.0: Die Lernkurve von 1.0 nach 2.x kriegen.” Lern- und Verbreitungsansätze von Enterprise 2.0 Anwendungen vor. Dabei stellt endet sie mit der These, dass Wissensmanagementin 2.0 funktioniere, da die neuen technischen Arbeitshilfen den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Zielgerichteter Einsatz birgt grosse Chancen
Mit Web 2.0-Technologien verhält es sich wie mit allem anderen: Der Nutzen divergiert von Individuum zu Individuum und von Unternehmen zu Unternehmen. Aus diesem Grund müssen sie gezielt eingesetzt werden. Nicht für jede Anwendung wird Enterprise 2.0 sinnvoll sein. Doch in den Bereichen Ideenmanagement, Feedbackmanagement und Wissensmanagement ist dieser Trend schon klar erkennbar. Dezentralität, lange Zeitperioden und klare Vorteile durch Zusammenarbeit können mit Enterprise 2.0 Lösungen überbrückt und exponentiell besser genutzt werden.

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